Stefan Tür

Stefan Tür

Aus der Fortsetzung von 'ChancenPool'

Blog über die Fortsetzung des im Januar erschienenen Romans 'ChancenPool' von Stefan Tür.

www.die-erlebnisse-des-robert-wick.de

Der Roman 'ChancenPool' ist im Januar 2017 erschienen
und überall im Buchhandel oder über Tredition erhältlich.
Das E-book gibt es u.a. bei Amazon.

Stefan Tür lebt und schreibt auf See.

Die Handlung dieses Romans ist frei erfunden. Sämtliche Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen oder Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

Aus der Feder Stefan Tür's (24.03.17)

RomanPosted by Stefan Tuer Mar 24, 2017 18:04

Marie-Luise hat, verfolgt vom aufmerksamen Blick eines Securities, ihren Platz im Hintergrund auf einem Stuhl am Sekretär eingenommen. Sie sitzt dort vor ihrem Laptop und wird in Kürze aus ein paar Metern Entfernung die fünf Kameras, auf den um die Sesselgruppe verteilten Stativen, dirigieren. Bernard, der vielseitige Assistent, ist bereit, die Ausleuchtung zu umsorgen. Wegen der zum Abend sich verändernden Lichtverhältnisse, wurden die Vorhänge vom Hauspersonal zugezogen und die Stätte wirkt wie abgeriegelt von der Außenwelt. Im mannsgroßen Kamin, eingefasst zu beiden Seiten von Marmorsäulen mit darauf platzierten Rosenarrangements, lodern die Flammen über dazugelegten Holzscheiten. Schier unendlich viele Bücher, in Regalen bis hoch unter die Decke, säumen den Raum, dem eine prächtige Palme die Stimmung einer behaglichen Oase verleiht. Der noch etliche Jahre Wachstum gewährt sind, bis sie an die Holztäfelung der Decke anstoßen würde. Büffeltrophäen oder dergleichen wären hier vergeblich zu suchen. Das Parkett bedecken auf den Laufwegen Ziegenfelle, über die man zu einer ledernen Sitzlandschaft gelangt. Wo der Sherry noch kürzlich in Paula und Robert seine Genießer fand. Nach Abfrage letzter Wünsche verschwindet auch der Visagist und die schweren Flügeltüren des Eingangs werden von innen geschlossen. Als würden sie gar nicht anwesend sein, nehmen die Wächter ihre Posten abseits verdeckt ein. Marie-Luise schaut auf die Uhr und gibt ein Zeichen. Sie sind pünktlich eine Minute vor der Zeit, nach der bereits eine Stunde später ihre Bilder und das Interview von der Londoner Agentur den Medien weltweit angeboten werden. Eine Minute für Robert’s obligatorische Authentizitätsansage vor Beginn der Aufzeichnung dieses Liveinterviews. Die Minute, in der Paula Anderson noch entscheiden kann, das Interview doch nicht zu wollen. Was sie allerdings zwölf Millionen Dollar kosten würde, wie die Abmachung ist. Aber die Frau aus dem Hochtal mit der reinsten Luft dieser Welt fühlt sich fit und ist bester Laune auf Robert’s Fragen zu antworten. „Paula, wie geht es Ihren drei Töchtern und deren Familien?“ Leises Klicken der Verschlüsse aus den Aufnahmegeräten der Meisterin für Fotografie, fängt Bilder mit Paula Anderson von allen Seiten ein und wie sie ihre Haarpracht aus geschickt inszenierter Empörung über erste Frage wild umherwirft, bevor sie für die Story kontert. „Bestens, alle sind gesund, die Kinder machen sich gut und die Geschäfte meiner Schwiegersöhne laufen blendend.“ „Das hört man gern. Wann haben Sie sich das letzte Mal gesehen?“ Fix haben sich die zwei auf gleicher Welle gefunden und der Auftraggeberin des Interviews gefällt es offenbar zu parieren. „Zum ‘Thanksgiving‘ ist das Haus immer voll. Sie können sich gar nicht vorstellen, was dann hier los ist. Da hat noch keiner gefehlt.“ „Ja ja, so soll es auch sein, aber wer weiß, wie es dieses Jahr wird?“ – Nächsten Freitag werden wir es erfahren. Bis dahin, Euer Stefan.

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