Stefan Tür

Stefan Tür

Aus der Fortsetzung von 'ChancenPool'

Blog über die Fortsetzung des im Januar erschienenen Romans 'ChancenPool' von Stefan Tür.

www.die-erlebnisse-des-robert-wick.de

Der Roman 'ChancenPool' ist im Januar 2017 erschienen
und überall im Buchhandel oder über Tredition erhältlich.
Das E-book gibt es u.a. bei Amazon.

Stefan Tür lebt und schreibt auf See.

Die Handlung dieses Romans ist frei erfunden. Sämtliche Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen oder Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

Aus der Feder Stefan Tür's (17.03.17)

RomanPosted by Stefan Tuer Mar 17, 2017 17:27
„Mrs. Black macht in der Finanzwelt ab und zu von sich reden. Bewundernswert wie sie ihr Schicksal meistert.“ Robert hofft, nicht nach David gefragt zu werden, denn in seiner Position wird auf absolute Glaubwürdigkeit Wert gelegt, was den Spielraum für Ausflüchte begrenzt. So versucht er mittels eines eingeleiteten Malheurchens mit seiner Teetasse, geschickt das Thema zu bestimmen. „Oh pardon! Das tut mir leid, wie unachtsam von mir.“ „Um Gottes willen, machen Sie sich doch darüber keine Gedanken, Mr. Wick. Nicht um das Tischtuch. Ich bitte Sie.“ Beruhigt die noch von herber Stallluft umgebene Lady ihren auserwählten Akteur, charmant lächelnd, während sogleich vom umsichtigen Personal sechshändig neu eingedeckt wird. „Nancy Black ist meine engste Freundin. Sie hat mich in den Stiftungsfragen mit ihrem Stab beraten. Wir besuchen uns gern. Aber in ihren Maserati sollte man nicht ohne Testament einsteigen. - Den zweiten Gatten hatte ich nie kennengelernt.“ Erleichtert über das Ausbleiben befürchteter Nachfrage, gönnt sich Robert nun den neu eingeschenkten Tee von seiner Lieblingssorte Earl Grey und sieht durch die Nachricht, dass Mrs. Anderson mit David’s Ehefrau befreundet ist, keine weiteren Probleme auf sich zukommen. Dennoch will er sicherheitshalber möglichst zügig zum eigentlichen Anlass seines Hierseins übergehen. „Verzeihung, wenn ich so direkt frage, aber möchten Sie sich mit mir vor dem Interview noch ein wenig austauschen, Mrs. Anderson? Es liegt mir fern, Sie versehentlich in Bedrängnis zu bringen.“ Auch ohne diese aus dem Zweck heraus geborene Ansage, würde Robert, durch eine sich meldende Sympathie sensibilisiert, das Interview sowieso nicht etwa in Bahnen driften lassen, die das Potential hätten, womöglich eine skandalträchtige Sensationsstory auszulösen. Auf einen derartigen Erfolg könnte er nicht stolz sein. Zu edel sind die bekannten Absichten dieser vermögenden Frau, wie sich das Bild von ihr bei ihm abgelegt hat. Nach seiner Einschätzung passend zu ihrem Wesen. Dort zu helfen, wo es wichtig und angebracht ist. Ohne ein Denkmal zu erwarten. Denn ein solches stellt buchstäblich schon ihr außergewöhnliches Anwesen in dieser Landschaft dar. Fantastisch wie sie selbst. Als hätte hier ihre Familie in Vorzeiten einen Block aus den Champs-Élysées herverfrachtet. „Sehr rücksichtsvoll von Ihnen, so zugeneigt kennt man Sie gar nicht. Doch egal was Sie ansprechen, ich weiß mich zu wehren, keine Sorge.“ Mit einem fast unauffälligen Zeichen bittet Mrs. Anderson’s Bodyguard ihr etwas ins Ohr flüstern zu dürfen und sie hört ihm zu. Scheinbar Verwunderndes erfahrend. Den hochgezogenen Augenbrauen nach zu urteilen Befremdendes. „Kennen Sie die französische Fotografin? Offenbar ziemlich ungezügelte Naturen, sie und ihr sportlicher Assistent.“ Womit sich für Robert dann auch die Zukunft ‘Marie-Luise‘ erledigt hat. „Wir hatten in den zurückliegenden zwölf Monaten zwei gemeinsame Einsätze. Zu einem außer der Reihe fehlte die Gelegenheit.“ „Sie Armer!“ Tröstet ihn jene, der er in schnellen Schritten zu imponieren beginnt. „Hätten Sie diesen Job ablehnen können?“ Robert sagt nicht nein zu dem angebotenen Gläschen Sherry und begutachtet, mit prüfendem Blick, die Gesichtszüge der Frau, welche sich in nächster Stunde der interessierten Welt über ihre Zukunft mitteilen will. Als wolle er noch rechtzeitig zuvor Übriges aus ihrer Vergangenheit erfahren, um dann alles über sie zu wissen. Dass sie trotz der beeindruckenden Eleganz, von ihrer Rasse her, eine natürlich gebliebene Erscheinung ist, passend zu ihrem Land hier oben, sieht er. „Dann wäre ich ein Tölpel gewesen. Was auch einem freien Journalist nicht zu häufig widerfahren sollte.“ Geschmeichelt erkundigt sich die, bis auf ihre Freundin Nancy, wohl doch einsam gewordene Witwe, ob Robert im Gästetrakt übernachten möchte oder die Agentur für ihn ein Hotel gebucht hat. „Wenn Sie mich zum Frühstück nicht fressen, sollte ich das Interview verbockt haben, bleibe ich gern. Allerdings bin ich zum Mondscheinessen eingeladen. Das kann ich nicht absagen, die Leute möchte ich nicht enttäuschen.“ „Aha, zu Canalla! Na, dann reiten wir doch gemeinsam rüber!“ Und ohne, dass die sich offensichtlich riesig Freuende, eine Anweisung zu den Vorbereitungen des Ausfluges erteilen müsste, bemerkt Robert die im Hintergrund unmittelbar einsetzende Geschäftigkeit des Personals. „Sagen Sie ‘mal Mr. Wick, könnte es sein, dass Sie es auf der Stelle fertigbrächten, Mrs. Anderson zu vergessen?“ Diese Überraschung verwirrt Robert, als hörte er Stimmen aus einem nahenden Ufo. „Warum? Wieso? Weshalb?“ „Weil es mit Paula nicht möglich wäre.“ „Und mit mir nicht ohne einen zweiten Sherry. - Cheers Paula.“ „Cheers Robert.“ Was wird das wohl für ein Interview? - Nächsten Freitagabend werden wir es erfahren. Bis dahin, Euer Stefan.

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